Wer eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher braucht, steht schnell vor der praktischen Frage: per Telefon, per Video oder vor Ort? Jede Form hat ihre Stärken. Der häufigste Fehler ist, aus Gewohnheit oder reiner Bequemlichkeit zu entscheiden.
Vom Gespräch ausgehen, nicht von der Technik
Stellen Sie vor der Buchung vier Fragen:
- Was steht auf dem Spiel? Hätte ein Missverständnis Folgen für Gesundheit, Freiheit, Sicherheit oder Rechte eines Menschen?
- Wie komplex ist das Gespräch? Fachbegriffe, Dokumente, mehrere Beteiligte?
- Wer nimmt teil? Kinder, Menschen in einer Krise, Menschen mit Hörbehinderung oder kognitiven Einschränkungen?
- Wie lang und wie dringend ist es? Ein zweiminütiger Anruf zur Terminverschiebung ist etwas anderes als ein zweistündiges Aufklärungsgespräch.
Zeigen die Antworten in verschiedene Richtungen, sollte das Risiko den Ausschlag geben.
Telefondolmetschen
Die Dolmetscherin wird als dritte Person zugeschaltet; die Beteiligten können an verschiedenen Orten sein oder gemeinsam an einem Lautsprechertelefon sitzen. Telefondolmetschen eignet sich für kurze, strukturierte oder dringende Gespräche: Terminabsprachen, Erstkontakte, Situationen außerhalb der Bürozeiten. Es ist sehr schnell und in sehr vielen Sprachen verfügbar. Im Gesundheitswesen eignet es sich vor allem für Routinetermine.
Die Grenzen: Mimik, Gestik und Dokumente bleiben unsichtbar. Lange, emotionale oder mehrseitige Gespräche werden schwierig, und Gebärdensprache ist am Telefon nicht möglich.
Videodolmetschen
Über eine sichere Videoverbindung sehen sich alle Beteiligten. Das ist sinnvoll, wenn visuelle Informationen wichtig sind, ein Termin vor Ort aber schwer zu organisieren ist: Beteiligte an verschiedenen Orten, kurzfristige Anfragen, seltene Sprachen oder Gebärdensprache.
Die Technik verdient allerdings Aufmerksamkeit. Schlechter Ton, ein eingefrorenes Bild oder eine Kamera, die nicht alle Beteiligten zeigt, erschweren das Dolmetschen, und die Konzentration lässt bei langen Videositzungen schneller nach als im selben Raum. Daraus folgt: Verbindung vorher testen, gute Mikrofone und Kameras nutzen, sicherstellen, dass die Dolmetscherin alle Sprechenden sieht und hört, und bei längeren Sitzungen Pausen einplanen.
Dolmetschen vor Ort
Die Dolmetscherin ist persönlich anwesend, meist konsekutiv, bei Verhandlungen auch flüsternd (Chuchotage) für ein bis zwei Zuhörende. Das ist die sicherste Form für komplexe, sensible oder risikoreiche Gespräche, für verletzliche Menschen und für Besprechungen mit mehreren Beteiligten. Gerade bei klinischen Gesprächen mit höherem Risiko sollte Präsenzdolmetschen Vorrang haben.
Beispiele (fiktive Situationen)
- Terminbestätigung mit einem Patienten, der Tigrinya spricht: kurz und routinemäßig, Telefon genügt.
- Mitteilung einer schweren Diagnose: vor Ort, notfalls per Video, mit Zeit für Fragen.
- Erstes Mandantengespräch mit einer Person in Abschiebungshaft: mindestens Video, wenn möglich vor Ort.
- Kurze Rückfrage im Jobcenter zu einem fehlenden Nachweis: Telefon genügt, sofern keine Entscheidung mit Folgen besprochen wird.
- Vorbereitung auf die Anhörung im Asylverfahren mit einer Rechtsanwältin: vor Ort oder per Video, mit einer Dolmetscherin oder einem Dolmetscher, der den Dialekt der Person beherrscht.
- Elterngespräch in der Schule mit einem gehörlosen Vater: Gebärdensprachdolmetschen vor Ort oder per Video, nie am Telefon.
Häufige Fehler
- Angehörige oder Kinder dolmetschen lassen. Das gilt nicht als gute Praxis, und Kinder sollten höchstens in einem akuten Notfall dolmetschen.
- Den Dialekt vergessen. Geben Sie Sprache und möglichst Region an: Wer sudanesisches Arabisch spricht, versteht marokkanisches Arabisch nicht unbedingt im Detail.
- Kein Briefing. Wenige Minuten zu Zweck und Fachbegriffen verbessern die Genauigkeit deutlich.
Dolmetschen am Telefon, per Video und vor Ort mit SILA Linguists®
SILA Linguists® bietet alle drei Formen an, die dieser Beitrag vergleicht, in mehr als 350 Sprachen und Dialekten. Telefondolmetschen steht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr bereit, über jedes Telefon oder die App von SILA Linguists®. Videodolmetschen läuft über sichere, verschlüsselte Plattformen oder unsere App. Dolmetscher vor Ort kommen zu juristischen, medizinischen, geschäftlichen und sozialen Terminen; auf Wunsch schicken wir eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher eines bestimmten Geschlechts. Dazu kommen Kommunaldolmetschen für Behörden, Gesundheits- und Sozialdienste, Konferenzdolmetschen sowie Simultandolmetschen und Remote-Simultandolmetschen (RSI) für Tagungen und hybride Veranstaltungen.
Was im Gespräch beginnt, endet oft auf Papier. Unsere Übersetzungsleistungen umfassen Briefe, Bescheide, Berichte und Verträge, bei Bedarf als beglaubigte Übersetzung, die wir über öffentlich bestellte und beeidigte beziehungsweise ermächtigte Übersetzer organisieren. Mitschnitte von Besprechungen und Befragungen wandelt unser Team für Transkription in Texte mit Zeitstempeln um, übersetzt, wenn Sie es wünschen.
Unsere geprüften, geschulten und qualifizierten Dolmetscherinnen und Dolmetscher sind in ganz Deutschland im Einsatz und auf Gespräche im Gesundheitswesen, im Rechtswesen und im öffentlichen Sektor vorbereitet. Wenn Sie unsicher sind, beschreiben Sie uns das geplante Gespräch, und wir empfehlen die passende Form. Mehr auf unserer Seite Dolmetschen. E-Mail: bookings@silalinguists.co.uk, Telefon: +44 (0)333 339 8218.


